
Schon wieder diese von mir ach so häufig gebrauchte Antiphrase. Aber was solls, schließlich war der Tag heute echt wieder mal der Burner. Montag halt.
Fing damit an, dass ich die Nacht durchgemacht habe. Und somit die ganze Zeit sah, wie draußen alles weißer und weißer wurde, die Flocken fielen ohne Unterbrechung. Hatte einen Hauch Romantik, allerdings verschwand diese relativ schnell, als ich ein paar Stunden weiter dachte.
7:30 Uhr Arzttermin. Ärztin kommt aus Dresden und muss folglich über den berühmtberüchtigten Possendorfer Berg. Ergo: Ich komme als erster Patient ganze zehn Minuten nach Acht dran. Hat mich direkt aus meinem Zeitplan geworfen, eigentlich wollte ich spätestens 8:00 Uhr wieder draußen sein, um den 8:15-er Bus noch zu bekommen.
Kurze Euphorie stellte sich ein, als ich ca. 8:30 Uhr am Busbahnhof war und der Bus (komischerweise) da stand und kurz darauf mit mir drin abfuhr. Eigentlich hätte ich da stutzig werden müssen, aber da er zu uns ja eh aus einer anderen Richtung kommt, als wo ich hin will, habe ich mir da erstmal keine weiteren Gedanken drüber gemacht.
Relativ schnell stellte sich dann die Ernüchterung ein, denn nach wenigen Kilometern auf der B170 standen wir. Kurz darauf ging es nur noch im Schritttempo weiter. Durch die angelaufenen Busfenster konnte ich ganz gut erkennen, bis wohin sich die Autos hinter uns bereits stauten.
Naja, ok, liegen ja nur noch 15 Kilometer Fahrt vor uns. 15 Kilometer. 15000 Meter. Schritttempo. Leerlauf und rollen lassen. Wunderprächtig. Kommt noch hinzu, dass ich das Rattern des Motors voll und ganz genießen durfte, da ich meine Kopfhörer daheim liegen gelassen habe.
Nein, ich bin keiner, der die Dinge gerne schwarz ausmalt. Aber es kann doch nicht sein, dass der Possendorfer Berg halb Neun immer noch nicht geräumt ist und die LKWs, die am Bergfuß zwangsparken, sämtlichen Verkehrsfluss verstopfen. Man könnte doch z.B. auch ein Pilotprojekt mit beheizbarem Asphalt starten. Oder so.
Ein Fakt ist nämlich, dass sich frühs zwischen 6 und 9 Uhr das halbe Osterzgebirge nach Dresden aufmacht und abends zwischen 16 und 19 Uhr wieder zurück bewegt. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Autos täglich über die B170 wälzen. Früher kamen noch sehr viele LKWs hinzu (und damit chronische Staus), doch dank der A17 sind die weitestgehend verschwunden.
Nach anderthalb Stunden war ich dann endlich in Dresden am Hauptbahnhof. Da hatte ich es noch gut. Eine Bekannte fuhr 7:15 Uhr los und brauchte knappe zwei Stunden. Noch ein Beispiel gefällig? Letzte Woche fuhr ich mit einem Kumpel im Auto nach Dresden, da war die B170 ebenfalls kollabiert – wir brauchten 40km mehr und die typischen 2 Stunden.
Das sind doch keine Zustände.
Ein guter Grund, um nach Dresden zu ziehen.
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