5 Tage Rom – ein Reisebericht

Vom 19. bis zum 23. Oktober war ich in Rom. Hier ein Reisebericht inklusive zahlreicher Bilder.

Hinreise

Hieß im Klartext früh zwei Uhr aufstehen, dann nach Dresden fahren, um von dort nach München und dann weiter nach Rom zu fliegen. Verlief anstandslos und geschmeidig. Das Wetter war, soweit ich mich erinnern kann, in Deutschland kalt und in Rom warm. Gegen 10:30 Uhr waren wir dann in Italiens Hauptstadt. Besser gesagt am Flughafen, denn von der Stadt selber trennten uns noch eine Stunde Zugfahrt. Die Standards sind dort echt etwas niedriger angesetzt als bei uns. Die Züge waren jedenfalls mitgenommen und alt. Innen leicht dreckig. Aber es war auszuhalten. Wir sind dann geradewegs zu unserer Unterkunft gegangen. Sofort aufgefallen ist die allgegenwärtige Hektik der Stadt. Wenn man die Straße überqueren will, dann wählt man sich am besten einen der zahlreichen Zebrastreifen aus. Doch ein Zebrastreifen hat in Rom nicht unbedingt die Bedeutung, wie es einer in Deutschland hat. Man muss schon energisch auf die Straße gehen und sich vergewissern, dass die Autos anhalten, bevor man weiterläuft. Von alleine hält da keiner an.

Unterkunft

Frühstück

Frühstück

Unsere Unterkunft war im obersten Stockwerk (Stock 5) eines in einem eher ruhigeren Viertel gelegenen Wohnhauses. Schön eingerichtet und mit einer riesigen Terrasse. Zwei Schlafzimmer, eine ausziehbare Couch, zwei Badezimmer, Küche, Essensraum, Abstellkammer. Perfekt. Da gab es absolut nichts auszusetzen. Wir waren mit der Unterkunft absolut zufrieden. Und einen super Ausblick hatten wir dazu. Direkt auf den Petersdom. Der leuchtete bei Nacht zudem so toll.

Tag 01 (Montag)

Wir luden also unsere Sachen ab und machten uns frisch. Dann ging es einkaufen. Und danach ab zum Petersdom. Der ist schon eindrucksvoll. Von innen. Ich selber bin ja nicht so wirklich christlich, daher hat mich mehr fasziniert, wozu die früher bautechnisch in der Lage waren. Der Rest war für mich vollkommen uninteressant. Auf dem Heimweg aßen wir Pizza. Sehr flache Pizza. Und fettig dazu. War mal etwas anderes. An diesem Tag machten wir uns zudem noch zu irgend so einem Platz auf, von dem mir der kryptische Name nicht mehr einfällt. Der Tag endete damit, dass wir von 17:30 Uhr bis 20:00 Uhr sinnlos umherirrten, da wir in einen falschen Zug eingestiegen waren, der sich als Schnellzug outete und uns bis weit raus aus Rom brachte. Im Prinzip ein verschenkter Abend. Aber egal, 22:00 Uhr ging es ins Bett.

Tag 02 (Dienstag)

Nach zehn Stunden Schlaf ging es weiter. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, zum Bäcker zu gehen. Vorher prägte ich mir schnell die italienischen Wörter für „Bitte”, „Brötchen” und „Guten Morgen” ein. Was schlussendlich dazu führte, dass mich die nette Frau hinter der Theke mit mehreren italienischen Sätzen bombardierte, die ich absolut nicht verstand. Ich wurde als Italiener erkannt *hihi* Die Brötchen (ich kaufte „Rosetto”) outeten sich als leere Teigbälle. Man musste sie zerreißen, wollte man sie beschmieren. Aber die Italiener zerstückeln die Brötchen ja eh und tunken sie in Pasten oder anderes, wie man hört. Auf dem Tagesprogramm stand heute das Colosseum, das Forum Romanum, der Trivi-Brunnen und das Hard Rock Café. In letzterem trank ich einen Cappucchino, der sehr lecker und zudem auch preiswert (1,55€) war. Das Colosseum ist eine reine Touristenabfertigungsanlage geworden. Was die dort insgesamt gesehen an Eintrittsgelder kassieren, ist schon sehr extrem. Die Anlage an sich war eindrucksvoll, auch wenn man es sich größer vorgestellt hat. Das Forum Romanum ist eine Sammlung antiker Überbleibsel. Recht weitläufig und anstrengend. Der Trivi-Brunnen ist reiner Besuchermagnet, aber doch recht schön gebaut. Das Wetter war genauso toll wie gestern, T-Shirt reichte aus.

Bilder vom Dienstag

Tag 03 (Mittwoch)

Der Mittwoch war ein ebenso warmer Tag, an dem wir nur umherliefen. In meinen Notizen steht, dass wir am Piazza Navona, im Pantheon, auf dem Campi de Fiori, im Giolitti und in einem Café waren. Im Grunde war alles toll, bis auf das dauernde Gelaufe. Obwohl – es ist sehr interessant, die Menschen und den Verkehr zu beobachten. Die ganze pulsierende Stadt. Ganz anders als bei uns hier aufm Dorf. Im Giolitti gibt es das Eis, das auch der Papst isst. Ich selber bin – um es zu wiederholen – nicht papstgeil, aber die andern waren es. Das Eis war sehr lecker, aber viel zu viel auf der winzigen Waffel. Es tropfte wie wild herunter, wenn man nicht permanent seine Zunge zum Ablecken bewegte. Dieser Tag war der letzte mit Sonne satt, denn die leichte Bewölkung kündigte schon den Wetterwechsel an.

Bilder vom Mittwoch

Tag 04 (Donnerstag)

Regen pur. Wie aus Eimern. Dennoch machten wir uns auf den Weg. In die vatikanischen Museen. Jap, wieder auf in die Christenhochburg. Das hieß aufgrund des Andrangs eine halbe Stunde draußen im strömenden Regen mit Schirm stehen und darauf warten, dass die Jeans immer nasser wird. Doch das Anstehen hat sich gelohnt, betrachtet man das Ausmaß an kulturellen Schätzen, das man danach zu Gesicht bekommt. Highlight natürlich die Sixtinische Kapelle. Die Menschenmassen, die sich durch die ganze Anlage quälten, sind unbeschreiblich. Das war wirklich nicht angenehm. Man hat nur noch den Ausgang gesucht xD

Aufgrund des Wetters waren die vatikanischen Museen unser einziger Tagesordnungspunkt. Wir verschickten noch schnell die Postkarten per vatikanischer Post und machten uns dann auf den Heimweg. Den Rest des Tages wurde gechillt. Ganz klassisch mit ausgebreiteten Kissen und sonstigen Sofa-Utensilien auf dem Boden und Chill-Musik dazu (Amy Winehouse, Curse).

Bilder vom Donnerstag

Rückreise

Die hatte es in sich. Eine Odyssee ohne dergleichen. Alles fing normal und wie geplant an. Wir nahmen uns ein Taxi, welches uns in einer guten Stunde zum Flughafen brachte. Die Fahrt war echt der Hammer, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Aggressives Drängeln, Vollgas geben und hart bremsen im Wechsel, schnelle Spurwechsel, auf der Standspur überholen und über gesperrte Bereiche fahren waren Programm. Als wir ein wenig freie Fahrt auf der Autobahn hatten, wurde gleich auf die linke Spur gefahren und mit Vollgas über Bodenunebenheiten gesprungen. Einmal hob der Wagen richtig ab. So eine Taxifahrt muss man mal erlebt haben xD Ich empfehle jedem, in Rom ein Taxi zu nehmen. Eine Erfahrung mehr xD

Am Flughafen angekommen, erfuhren wir, dass unser Flug gecancelt wurde. Super. Da brach das vollkommene Chaos los. Denn die römische Flugsicherung streikte. So waren auch zig andere Flüge betroffen. Schlangen quer durch den Flughafen bildeten sich. Wir mittendrin. Dazu noch schwitzend. Toll. Irgendwann erfuhren wir, dass wir umgebucht worden waren und mussten zu unserem Flieger rennen, um ihn noch pünktlich zu erreichen. Das war gegen 15:30 Uhr. Nach ca. einer Stunde kamen wir in München an. Unser Anschlussflug sollte nun 21:00 Uhr fliegen. Daraus wurde auch nichts. 22:45 Uhr erst hoben wir ab.

Letztendlich klappte alles doch ganz gut, auch wenn die lange Wartezeit in München nicht sehr toll war. Immerhin bekamen wir einen 10€-Essensgutschein.

Rom-Charakteristik

Rom ist eine sehr sympathische Stadt, die am Tag Hektik ausstrahlt und in der Nacht zum Chillen einlädt. Es gibt auffallend viele Smart’s im Straßenverkehr. Fast jedes Auto hat zudem mindestens eine Beule/einen Kratzer. Italienische Frauen sind kleiner als deutsche und haben vor allem kürzere Beine. Was einem in Rom an schönen Frauen begegnet, ist schon Wahnsinn. So viele Schönheiten habe ich noch nie in so kurzer Zeit gesehen *hihi* An den Attraktionen (z.B. Forum Romanum, Pantheon, Colosseum) begegnet man vielen Deutschen, man kann zumindest sehr einfach den Gesprächen folgen *hihi* In Rom wird jeder Zentimeter Platz genutzt bzw. jeder Zentimeter Platz ist dort Gold wert. So werden Tankstellen mitten auf Gehwegen platziert, mitten im Zentrum. Autos parken überall und sehr oft in zwei Reihen.

Auf der Spanischen Treppe gab es drei Verkäufer, die je nach Wetter/Zeit andere Sachen verkauft haben. Da war für jede Zielgruppe etwas dabei. Gummitiere für kleine Kinder, Rosen für Pärchen, Schirme für Schirmlose, Cremes für schlecht Vorbereitete.

Nachts war der Petersdom sehr schön beleuchtet. Und man sah vier in den Himmel strahlende Scheinwerfer, die vermutlich vor der Filmfestspiellocation aufgestellt waren. Leider waren wir nicht dort, denn wir merkten zu spät, dass in Rom Filmfestspiele sind.

Fazit

Es war eine sehr schöne Woche in Rom. Eine Menge neuer Erfahrungen. Hätte ich die Wahl zwischen London und Rom, würde ich jedoch London wählen. London ist einfach weniger durcheinander xD

Kommentare & Trackbacks
  1. Daniel
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    Sehr schöner Reisebericht. Immer wieder musste ich schmunzeln, weil ich diese Italiengegebenheiten schon länger kenne. (Von München ist man ja schnell in Italien).
    Rom ist aber schon eine ganz coole Stadt. Ich war einmal dort. Damals haben wir uns einen Tag Zeit genommen und sind zu Fuß durch ganz Rom gelaufen. War auch nicht schlecht.

    Ach, wie oft warst du schon in Italien?

  2. Leo
    Antworten

    @Daniel
    Das war jetzt das erste Mal Italien für mich. Ich finde die italienischen Gewohnheiten recht cool, aber auf Dauer wäre das nichts für mich xD

  3. Nikki und Michi
    Antworten

    Feiner langer Reisebericht. Wir waren 2007 zuletzt in Rom. Eine grandiose Stdat. Jetzt wollen wir uns über neue Wege und Geheimtipps in der Ewigen Stadt informieren, denn nächstes Jahr würden wir Rom gerne nochmal einen Besuch abstatten. Ob es danach London sein muss, mal sehen… ;-)

  4. Leo
    Antworten

    @Nikki und Michi
    Danke :)

    Ich wünsche euch auf alle Fälle einen schönen Urlaub in Rom. Und London ist auf alle Fälle einen Besuch wert, da gibt es viel zu sehen.

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