Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Klares Zeichen für eine solche Gesellschaft ist das ständige Streben nach mehr. Höher, weiter. Mehr. Immer mehr. Manche finden dies gut, manche schlecht. Grundlage für ein solches System sind vergleichbare Daten. Wer hat mehr Kunden für die Versicherung geworben, wer hat mehr Zettel abgestempelt, wer hat mehr Autos verkauft. Ein ständiges Vergleichen ist an der Tagesordnung. Auch im Internet.
Doch im WWW läuft alles ein wenig anders. Denn hier kann jeder bei allem mitmachen. Man ist an nichts gebunden. Denn das Internet ist frei. Heißt: Ein unermesslicher, weltweiter Wettbewerb:
Wer hat mehr Freunde bei Facebook? Wer hat mehr Follower bei Twitter? Wer hat mehr E-Mails bei GMail?
Und ganz nebenbei natürlich auch noch solche Sachen wie in etwa: Wer hat mehr Blogabonnenten? Wer ist am längsten online? Wer hat die meisten Views bei YouTube?
Und so weiter und so fort.
Mal eine kleine Frage: Ist das sinnvoll?
Sollte man nicht eher die Dienste nutzen? Wer hat schon noch einen Überblick über 500 Facebook-Freunde? In meinen Augen ist es nicht sinnvoll, jedem Abraham Tinkolwitsch zu folgen, da man ihn eh nicht kennt.
Diesen ganzen Trend merke ich bei einigen ehemaligen Mitschülern. Die haben mich auf Facebook als Freund geadded, obwohl sie mit mir in der Schule vielleicht ein nettes Hallo gewechselt haben. Mehr aber auch nicht. Worum ging es ihnen also bei der Freundesanfrage? Natürlich nur um eins – um mehr Freunde auf Facebook. Um woanders prahlen zu können. Im Grunde stalken sie mir nur deswegen. Daher werde ich sie bald wieder „entfreunden”, sollte kein Input von ihnen kommen.
Diese ganze Problematik fiel mir neulich erst auf. Denn es ist nervig und sinnlos, ewig an der Spitze sein zu wollen. Der eigentliche Sinn der Dienste geht dabei nämlich verloren.
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